Ein wunschloses Unglück gibt es nicht: ich nenne diese Wunsch Kombination mal eine kleine Tantiemenweisheit. Jede Verfremdung, die nicht alle Regeln sprengt, also mit Sinn und Inhalt auch noch Satzbau und Wortgrenze, ist nur eine Überhöhung der Lüge. Die Überhöhung heißt Glaube. Blöder Idealismus ist das, der im Text ewig gefangen bleibt, seltsam 'schöne' Literatur, die über den Autor zwar hinausgeht, aber nicht wirklich brennt. Sein Schreiben muss man bei sich behalten u n d die Welt gleichzeitig restlos angreifen. Anschaffen geht man leiblich für das Objekt der tollen Befriedigung seiner Selbst in Einfall und ausgefallenen Gedanken und einem Rest von Text und nicht als Hure der Öffentlichkeit. Allein unter Zeichen ist der Mensch völlig grundlos geworden und also verloren. Er ist damit notwendig auch grundlos unglücklich. Das ist der Normalzustand der Herren des hohen Nordens und elitären Zeichenreichs der Bildung und tot-objektiver Wissenschaft, aus dem der Leib und sein Leid, die körperliche Arbeit, ganz verbannt zu sein scheint. Womit hängen denn die EinGebildeten ihre le(i)blosen Fakten aneinander? Mit fremden Worten fremder Sprachen – passend oft mit Worten toter oder künstlicher. Sache begründet sich mit anderer genauso oberflächlicher dummer Sachlichkeit. Vielgefaltete Unendlichkeit. Das ist die Wahrheit der Doofen. Dass die Waren nie reichen, ist ein Verwunschtsein im Unglück. Aber wenn man ein Schriftsteller ist, muss man sich an Sprachregeln beugen und lebt für immer im Irrtum und jenseits von Leib, unter Wahrheit und neben Wirklichkeit. Den zerrissenen Leib kann man aber auch auswickeln aus seiner Textkörperlichkeit und über dies Leichentuch hin verdichten, überdrehen und ihm neue Aufmerksamkeit zuwenden.