Sonntag, 11. Mai 2014

Ausichtslos

Die Schrift entwickelt die Sprache weiter und schafft einen Sprachkörper heraus aus dem Leib. Vom Leib muss die Sprache erst wieder eingewickelt werden. Das macht keinen Sinn, sondern schafft eine ganz unvermittelte Sinnlichkeit, die ganz unbedingt und natürlich aussichtslos den sich nähernden übermächtigen Brand der ihn nur nährenden trockenen Schriftzeichen löschen will. Es ist ein Züngeln der Flammen in Wunsch und Hass, die Arbeit noch der gerechten Gleichen Schakale gegen den toten Leib des (wahrscheinlich alten) verendeten Kamels. Es ist aber auch schon im eigenen Erleben der Tiere die unendlich hungrige Gier, und eine in Wollust entbrannte Seligkeit. Auseinander gerissen ist es aber mir nur: die unvermittelte Not und Triebhaftigkeit, die alles angreift und frisst, das vollkommenene Raubtier (im Grunde ein schlingendes Weibchen, die Schlange) und das Fülle fühlende Hirn, ein Glück im Unglück, Erinnerung, die sich erhängt an EntkommenSein, eine absolut geistlose Narretei (ein Löwe, der immer nur brüllt, das menschliche Männchen in verzweifelter Sinnlichkeit).

Daraus kann man sich ein ganzes menschliches Wesen schaffen. # Hunger, Wollust und Wunsch, Hass bilden die Extremitäten. Not und Trieb den männlichen Leib und ein verrücktes Raubtier den Geist. Das hat ein breites Kreuz, ist ein Doppeldecker oder ein Drache mit Flugeigenschaft, dem Not und Trieb zum Antrieb geworden sind.

'Noli me tangere' ist ein Einwand gegen das Zeichen, das der Vergewaltiger schon richtig verstanden hat. Und die Hure empfängt sich selbst unter einem Himmel blauer Seligkeit. Gerichtet ist sie leicht gebrochen vorübergehend. Frei wäre sie nur von sich aus gewendet gewesen. Auf Picassos Bild (vom Leben) nimmt sich die Nackte den Erlöser als blöden Verführer vor und an ihrem Hintern treffen sich Sinnlichkeit und männliche Sinnsucht. Das Bild ist Bildung am Arsch des Weibs Sinnlichkeit und alle Zeichen jenseits des großen Spalts sind nur Reiners Verarschung. Wenn einer Deutlichkeit will, so sei dies hiermit für alle Zeit sein 'nachtragender Grund'. Im schäbigen Rest der Bildes mag er sich selbstverliebt bespiegeln und sich als Sinn wiederfinden.

Der Verfall der Schrift beginnt mit der Leibeigenschaft. Ausgeschieden und -gewickelt wird nun der Leib aus der Textkörperlichkeit. Der eigene Leib lebt in der scheinbaren Enteignung. Die Enteignung ist Veräußerung des Denkens an sich und somit identisch mit Besitz an dessen Zeichen. Leibliche Enteignung ist gleich gründlich betrachtet dinglicher äußerlicher Besitz. Die widerliche Sachlichkeit setzt endlich den Leib als vereinzelten ganz für sich frei. Endlich ist er nur noch einzig und allein. Leibeigenschaft ist Befreiung des vereinzelten Leibs aus der Äußerlichkeit. Absolute Besitzlosigkeit wirft noch seinen eigenen Leib als allgemeinen weg unter fremde Verdingung. Erst dort, wo man nicht mehr sein wollen muss und nicht mehr ist, brechen die fremden menschlichen Leibeigenheiten unmittelbar, also neu und anders auf uns herein. Das ist mein Rest von Leib. Eine Kampfmaschine der Ganzheit. Da bei sich isst man Hunger und kann wollüstig ganz vergehen langsam verderben. An dem Ort gibt es keinerlei Aussicht mehr, keine Hoffnung, nur große Gier aus des Leibes tiefster Tiefe, aus dem Bauch, und Verstand mit wollüstiger Seelen Brand. Da glü+hen die Backen, wenn diese Seeligkeit sich selbst erkennt und als graue Masse begreift. Da sind in einem Himmel und Hölle vereint und hier ist der einzige Ort der Erlösung. In ihm ist die Mensch/heit endlich auf das Notwendigste - beschränkt. Hier herrscht Ruhe, Trieblosigkeit, Sinnfreiheit.

Der Hunger ist leiblich die Entsprechung der äußeren Not und die Wollust beim Menschen ist Überleben, sinnlose Notwendigkeit der Lust aller Leiber zugleich, und der dazwischen vermittelte Trieb ist nur das Leben an sich, die Liebe, die Hunger und Not überwindet und Wollust zum Schweigen bringt, eine uralte fremde Seligkeit (ein fremder Antrieb, eine [Zeichen]Feder, die immer anderen vorgestellt und leicht an ihnen gespannt sein muss), die zieht hinaus als Eroberer in ihre vertraute Welt.

Ein Mensch auf seiner Mauer um sich hatte einst die Beschränktheit und Aussichtslosigkeit für die Unendlichkeit gehalten. Er war halt körperlich und auch im Geist verkehrt gern eingesperrt und also absolut willig oder frei in seinen Äußerungen. Die freie Aussichtslosigkeit wickelt den Leib in wunderbar prä#chtige seltsame Texte ein. Hornviehseligkeit, Idealismus ausgelebt im gelehrten Hinterstübchen, hat seine Leiblichkeit textlich verkannt.

Der verdammten Christlichkeit erst ist der Leib im Text verreckt im freischwebenden Eckchen zwischen Bett + Zeichner. Ihre Folter gehört notwendig zu unserer oberflächlichen gehaltlos dürren Wissenschaftlichkeit. Wer mag denn so ein Weib noch!?, einen fremden Text zerissen durch falschen männlichen Geist, dem alle einst einmal mit-sprechenden Organe entwendet sind. Beute der männlichen Meute. Passt in schöne Kleider und ist unter dem Faden Schein nackt die absolut stofflose Hässlichkeit. Da ist die fette Schöne vom LaufStrich der männlichen Leitlinien gefallen und geplatzt - und als hauchdünner schöner Geist in die VorHaut der Nachkommen gefahren. Die Hübsche ist nun eine Bekleidung am Ständer des Hosenlosen, nichts als trockene Hohlheit, AstLoch am Stammbaum, Taubheit, verlegenes oder verlogenes BeGleiten und  - final für eine saftige Befüllung mit OhrFeigen nur mehr geeignet. Das ist wahrlich eine geistige Reife. Alle Sinne los fallen nun braun und faul mir ins Maul.

Speien muss man beim Anblick ihrer Augen im Winkel, dem deutschen Augenmaß, dem Gipfel der b(ef)reiten Unabhängigkeit. Wenn einer die Arme hebt, streckt er damit nicht auch die Waffen. Aha! In der Achselhöhle der Araber tut sich damit die Hölle auf. Es ist Zeit aufzubrechen. Lassen wir die Schakale bei ihrem Beruf. Es könnte für lange Zeit ihr aller letztes Abendmahl sein.