Ein griechisch sprechender Jude hat sich in die Welt des AT versetzt und ein Prophetenbuch mit einem Helden erdichtet. Damit hat er nichts anderes gemacht als Nietzsche in 'Also sprach Zarathustra'. Ein Altphilologe schuf vielleicht die Grundlage einer neuen Religion unter der Bedingung, dass die Erinnerung an ihn als Autor zufällig irgendwann verloren geht und die Texte anonym in Fetzen Resten Abschriften und vor allem ohne SatzZeichen in ein paar hundert Jahren wieder erscheinen / gefunden werden. Damit wäre dann der Schein von Zarathustras Lebenswirklichkeit perfekt. Der Rest ist dann dichterische - gläubige - Erweiterung. War der JesusText also die schriftstellerische Jugendsünde des --? Nennen wir ihn einfach nicht 'Markus'. Der Name ist doch frei erfunden. Und ich habe absolut keine Individualität, keine Besonderheit, bin unvergänglich infolge maßloser Unscheinbarkeit. Ich hab euren realen Schein nicht, bin nur gegenwärtig und – also zeitlos. Ich kenne Paulus, den Showmaster und Lügner, und ich war auch bei der Entstehung des ersten Evangeliums schon wirklich und leiblich dabei. Ich hab alles erlebt und es war ziemlich trostlos erbärmlich langweilig - in jener Schreibstube.
Der Autor des ersten Evangeliums konnte zumindest Lesen u n d Schreiben. Er hat sich seines Werks geschämt, es versteckt, vergessen und vielleicht sogar verleugnet. Also begann des Autors Untergang und die Hauptfigur seiner Geschichte wurde zwar nicht wirklich und lebendig aber in den Köpfen der Menschen r e a l. Die Wirklichkeit ist immer lebendig und gegenwärtig, die Realtiät aber ist nur die vergangene ScheinWirklichkeit der Schriftzeichen und die künftige der Wünsche und Waren. Der Zarathustra ist ein Gegenstück zum Evangelium des Markus. Im Z. geht die Hauptfigur unter und es beginnt Nietzsches unfreiwilliger Aufstieg in die ScheinWirklichkeit derer, die sich als namhaft betiteln, also ins Reich der Menschen von sinnlosem Rang. Er wird höchste Autorität an der engen Stelle, in der die gelehrte Blödheit Wahn und Genialität vereint meint. Die Selbstbefriedigung ist ihr Ort der gelehrten Gegenwart und dessen Studienobjekt oder Glaube ist eine Verdichtung von kommendem Wunsch und überwundener ScheinWirklichkeit. Das ist die mangelbehaftete männliche Wollust der analytischen Wissenschaft, die eine reine verlebte SprachWirklichkeit einem hohlen Begehren unterstellt.
Die Evangelien sind prophetische Romane. Die Zeit war noch nicht reif für ihre Autoren, da hat ihr Haupfigürchen schon ein absolut teuflisches Eigenleben entwickelt mit gewalttätigem völlig perversem Anhang. Die gesamte Christenheit will nun seither und für alle Zeit gewaltsam eine verloren geglaubte paradiesische schriftliche Scheinwirklichkeit wiederherstellen für ein Leben in Wunsch und hohem Sinn ganz ohne Sinnlichkeit und greifbare Welt und wirklichen Leib.
Der Islam hingegen ist gelebter Widerstand gegen die geschilderte Problematik des erlösenden Lesens und der verlorenen Not des Schreibens. Zwischen den Polen des Wunsches und der Realität steht auf christlicher Seite der Unternehmer Eroberer Kapitalist und auf seiten des Islams schlicht und einfach der Rentner, die absolute leibliche Fäulnis, die unnatürliche männliche Faulheit. Der Eroberer hat gar keinen Leib und der Rentner nur einen, der sich selbst ein Parasit ist und in sich verrottet. Nietzsche verdichtet und überwindet, Mohammed konsumiert nur und vernichtet im Ergebnis die ganze männliche Welt und auch sich selbst. Übrig bleibt am Ende wohl allen der freie weibliche Leib. Armer MuselMann. Er ist kein Eroberer. Er scheitert am Erfolg auf der Bühne. Er weiß nichts von Entfremdung und entwendeter Sklaverei. Krieg ist für ihn der verkehrte Wille zum Untergang.
Und aller Hirnschmalz zusammengenommen reicht nicht, um dem zu folgen und das gar zu begreifen.
Und aller Hirnschmalz zusammengenommen reicht nicht, um dem zu folgen und das gar zu begreifen.