Samstag, 4. Oktober 2014

LAMA

Für Elisabeth N.

LAMA 1:

Eli, Eli, lama (azavthani) schließt nach den Tod die Geschwister fest in Liebe zusammen. Wenn die Autorität, die Urheberschaft verloren geht (Tod des Vaters), dann entsteht ein freier Text und ein realer Autor (man unterscheide doch Realität und Wirklichkeit!). Der tote Vater kann und muss von der Schwester vertreten werden. Hier ist also auch die Schwester der verlorene Leib, jedoch in Wirklichkeit, ein Ersatz für den Leib des Kindes N. Wenn die Schwester des Vaters ErsatzLeib wird, dann wird der Sohn ein geschlechtsloses Neutrum. Wenn der Autor weg ist, tritt die Figur, in der er sich sah, heraus aus dem Text. Das ist die reine Liebe und nichts sonst: ein Verhältnis zwischen einem Gespenst und einem verlorenen Leib!


LAMA 2:

Eli, Eli, lama (sabachthani) beklagt den eigenen Tod und leiblichen Untergang. Ein Autor opfert sich selbst und erzeugt sein Werk mit rein fiktiver Spielfigur. Die leibliche Schwester wird abgestoßen. Auch sie wird sich für das Werk des Bruder leiblich opfern. Zarathustras Untergang ist seine Verbannung in den Text. Die Entleibung des Autors hält ihn dort fest. Also sprach Zarathustra und (N.) verließ seine (Leibes)Höhle. Damit ist N. auch seiner Schwester vom leiblichen Kreuz gefallen. So wie Z. nun im Text ist für N. auch Jesus im 'Antichrist' als literarische Kunstfigur widerlegt und gefangen. Hier werden Z. und Jesus in den Text gebannt.


real oder wirklich:

Jesus als Hauptfigung des EvangelienRomans ist real in den Köpfen der Menschen, aber nicht wirklich. Wirklich ist der vergessene Leib des unbekannten Dichters.