... anderswo -
Welch Elend im Hinterland!
Der Körper ist nicht das große Selbst. Der Körper ist der Körper und nichts sonst. Sein Schwerstes ist aber die Befreiung vom Selbst. Über diese Schwere fällt es von ihm und er wird frei. Jetzt erst tritt sein Ich aus ihm aus und er weiß um die elende Sklaverei. Leib ist nicht Ich, Ich macht Leib krank. Die lebendige Leiblichkeit kehrt ewig nur wieder. Dies ist die ewige Wiederkehr des Gleichen.
Das Selbstbewusstsein gehört zum Ich und zur Welt der Zeichen, wohnt zwischen diesen, zeugt Sinn, es ist die Seele und zugleich göttliches Gewand vor Gottes Schein und KunstLichtgestalt. Im Körper steckt der Wurm der sogenannten Wahrheit, Schmutz-Grund der Vornehmheit von und zu Sinn, die Wurzel eures Gottes. Erst musst du die Wurzel ausreißen, die Schuld, das Leid des kranken Körpers, den Tod, dann wird Gott klein klein auf der Bühne des Körpers, der Welt deines Ichs - dann leid doch daran.
Das ist das große Missverständnis der Prediger des Todes, der Schein-Kastraten mit dem Willen zur Krankheit, der Männlichkeit im langen Weibsgewand: sie ziehen sich die Lügen über und verleiben sich anderer Menschen Fleisch ein, befreien nur andere wirklich vom Fleisch und Leib und Selbst. Sie töten, sie morden, sie fressen am liebsten doch das, was die Wiederkehr des Gleichen in Wahrheit ist, die verlorene und verdorbene Kindheit in sich und anderer Menschen Kinder. Und der Menschen Trauer-Geschrei ist ihnen göttlicher Gesang. Euch trocken Brot und ein Dasein im Kot - und sich zur Labung euer Fleisch euer Blut.
Wem gehört denn das Glück des Messers? Dem vom Selbst verdorbenen Leib, dem großen Leid. Die Beschneidung schreibt dies Leid fest. Als Gespenst Gottes zieht das mordende Selbst über die Welt. Es verherrlicht sich selbst als Gier und Wille zur Macht und Lust am Raub und – ist doch nur das Leid am eigenen kranken Leib, das sein Heil im Blut des anderen sucht, unheimliche Sucht und verdorbene Lust, die ständig versucht sich am Körper des andern zu stillen mit Folter und Mord.
Es gibt also keinen gerechten und heiligen und sinnvollen Krieg, es gibt diesen Sinn nicht. Wehrt euch ihr Schafsköpfe. Ihr seid die Opfer, die Mehrheit, das Fleisch und das Blut. Wehrt euch gegen die Gespenster des Sinns, die Gewalt, die sich nur gegen euch richtet. Wehrt euch gegen das End-Gericht. Wehrt Euch gegen die End-Lösung der Menschheits-Frage und Menschlichkeits-Plage.
Vorwärts und lasst euch schlachten, wenn das eure Sehnsucht ist, vorwärts in Selbst-Verachtung und Hass, freiwillig lasst euch schlachten in dummer Schafe Solidarität.
Ich bin nicht das Tier, das gern Mensch wär. Ich bin gern Sinn, der sich überschreitet, sich überwindet, Text gegen Tier, Körper lange verloren, Text zerrissen, Körper doch nur zurückgestellt, wartend, frei im Traum, im Bild, noch Stein, Bild im Stein, noch nicht herausgehauen aus dem Sinn, verharrend bescheiden im Elend, schon unter besten Wünschen.
Dunkler Text, schweres Wort, Menschen-Leib und -Leid, Wollust schwanger mit Zorn, will ich nicht sein, Wille ist mein, meiner ist damit doch keiner, mein Wille zur Macht ist endlich doch ein Wille dagegen und er gegen sich selbst gewendet. N. ist nicht schwule Leiblichkeit und Drogen-Herrlichkeit: das wäre ein selten dämlicher Kurzschluss: zurück zum kleinen Sinn des letzten Menschen, Tantiemen-Sinn gut verkäuflich einer unterhaltungssüchtigen kuschelig warm gebetteten bequemen Leser-Leiblichkeit. Anderes Freisein dagegen ist: Sinn los Wort, sinnfrei Text, unbestimmt, flatterhaft, intensivste Sinnlichkeit, Sinne sein, Freiheit, ohne den künstlichen Rausch, Lust nur, trächtig mit Lebenskraft, sinnlicher Dinglichkeit, alles, das sich Lust ist in sinnleerer sinnlichster eigenster Eigenschaft. Text als Wille zum Leib, der sich von allen leidend gelassen allein anderswo neu erschafft.