Wesentlich ist doch diese Veränderung: ganz leiblich ist Liebe, die Wollust bei der Vereinigung in absoluter Gleichheit der Geschlechter. Damit verschwindet das Objekt der Liebe und es erscheint nun als Mittel der Trennung. Die Trennung ist so vermittelt durch die gemeinsame leibliche Aufhebung der Not beider Geschlechter. Am Ende dieser Wendung ist die leibliche Liebe ein Glücklichsein, das vermittelt ist für die Frau im Speichern von Fett oder Sammeln sonstiger Schätze gegen die Not und für den Mann durch ein Abarbeiten der Not am Schätzchen und Bearbeiten von natürlichen Dingen als eigenem und Beschaffung von Nahrung für den Speicher im andern Geschlecht.
Melancholie und Manie wären dann Neuerungen im Reich der Zeichen. Ein nochmals gewendetes leibliches Ereignis. Damit überspringen Glück und Trauer die ganze männliche ZeichenFalschheit des Patriarchats (einer eigenen ZwischenZeit), sprechen scheinbar nur noch für sich und setzen den Leib frei.
In der ZwischenZeit bedienen sich die Zeichen der arbeitenden Männlichkeit. Die verdreht in ihrem Sinn die Leiber mit Gewalt zu neuen Werten hin. Die Frau ist Zeichenspeicher rein leiblich und der Mann Subjekt der Zeichenschöpfung. Darum wurde der Mann zum herrschenden Subjekt der Zeichen. In der WarenWelt wird er freier überflüssiger Leib (oder Über(ig)Mensch).
Im vollkommenen Reich der Zeichen (der WarenWelt) fällt der Leib funktionslos heraus aus dem Gesellschaftskörper. Werte brauchen nur die zweidimensionale Textlichkeit. Der RestLeib darüber oder darunter ist ein Ausscheidungsprodukt. Der Leib in seiner letzten Natürlichkeit definiert sich selbst nur noch durch seinen Ausscheidungen.
Die falschen Begriffe der männlichen ZwischenZeit, verdrehen dem Menschen das Leibliche. Am Ende hängt auf eingebildeten Geraden, die ein Raster kreuz und quer von falschen Regeln abgeben, ein gebrochener Leib, der in allem ursprünglich Menschlichen gegen sich gedrehter scheint. Ha! Der Funktionsverlust macht alle Ausscheidungen auch noch zwanghaft und fehlerhaft verschoben.
Der angeblich freie Leib wird also aufs Kreuz gelegt, zuletzt auf die Couch zur Analyse. Er ist nun Gegenstand der unbewussten Schuld. Freiwillig lässt er sich an falsche Werte binden und auf verkehrte Vorstellungen hin sich nageln. Sektion bei lebendigem Leib zum Zweck des Organraubs. Wurde denn je schon durch die Analyse Heilung erreicht?
Melancholie und Manie sind leibliche Affekte in geglaubter Einfachheit mit ausgeklammertem Leib, Ersatzgrund des Unbewussten. Das Unbewusste ist das grundsätzlich falsche Bewusstsein. Unser angebliches Unbewusstes ist nur die Verlogenheit der angeblich WissensReichen und -Mächtigen.
Ich habe weder Intelligenz noch Gedächtnis. Ich vertraue auf einen fremden Speicher in mir und meinen hinterhältigen Leib. Ich bin nur ein Leser. Ich vertraue Nietzsche. Ich traue mich an den Text als Leib.
Für mich ist das Unbewusste die einzige, die allerübelst stinkende Ausscheidung aus einem gebundenen Leib, dem allgemein Unmenschlichen.
Meine Textleiblichkeit braucht das Unbewusste der Analyse nicht. Ich analysiere nicht. Ich drehe mich aus dem Text heraus. Den Leib selbst kann man nicht einfach aus seiner Falschheit herausdrehen. Die Falschheit ist begrifflich. Man muss ihn also auch begrifflich noch einmal wenden.
Text und Leib: verdichten, drehen, wenden.
Die Analyse ist nur eine weitere Religion. Ich bin nicht und war nie gläubig. Die Psychoanalyse ist ein prächtiger Tempel mit deutlich verkehrtem Leib und versteckter Weiblichkeit. Ein perfektes Betrugssystem, das die Bereicherung stützt. Bereicherung ist Raub an leiblichem Speicher. Der Glaube ist die eingebildete Schwangerschaft der Hohlkörper des Geistes, Lichtnahrung und Luftgewand für die Masse der ärmsten der Armen an Leib und - Seele.
Der menschliche Leib hat von Beginn an beim Menschen infolge einer großen Not einen natürlichen Fehler, der als solcher erkannt werden muss und mit dem einfach die genannten Affekte der Manie und Melancholie wieder richtig erweitert werden können.
Das vollkommene Glück ist also leiblich, die Trauer ein gesellschaftliches Ereignis. Glück ist Gleichheit der Wollust und Trauer die simple Not der Vermittlung. Die Vermittlung beseitigt jede Traurigkeit.