Z.
muss man nicht deuten oder gegen den Strich lesen, sondern von hinten
her nehmen, nämlich vom vierten Teil, dem der Öffentlichkeit
verschwiegenen, verborgenen, und diesen wiederum von der zweiten
Spalte aus zurück in die ewige Langeweile vordergründigster
Unheimlichkeit, der simplen Mitleidlosigkeit oder von der Wollust hin
zur Lust und Lächerlichkeit. Es ist doch nur e i n e
Höhle heimlich hoch oben im Gebirge, Gehirn oder Steiß, Speicher
aus reinem Fett, GeSitz weiblicher Wahrheit und der Seele leiblicher
Wirklichkeit. Der Berg ist kein grünes Hügelchen, keine kindliche
Unreife und Unschuld. Er ist gewaltig und das Schluchzen der
Erkenntnis dort ist tief gründig und steil. Weiter hinauf führt nur
reines Leid an sich. Ganz oben auf den höchsten Höhen des Weibs -
und jedes Weib hat davon mehrfach zwei, die sich gleichen wie die
Backen der Freundlichkeit am fröhlichen Schein - kommt es zur
äußersten und letzten allgemeinen Hochzeit des Leibs. Die Höhle
dort ist geschmiert mit Z.s Honigseim, darauf fällt noch jeder
höhere Mensch gern herein. Jedes Arschloch ist leicht mit
Komplimenten oder Prüfungen aus sich heraus zu verlocken und über
sich hinaus. Narren mit einem Haufen verstockter Ideale in der
falschen männlichen Birne. Im Spiegel über euch habt ihr den
eigenen Arsch. Leid der Verstopfung, Einsicht in ausweglose
Falschheit. Falsche Närrinnen sind die höheren männlichen
Menschen, deutlich im Weibsgewand, beleibt mit bauschender Schönheit
und sinnlich erfüllt mit Nichts, Sinnsucht, Verlangen nach Nässe im
Staub. Schwer bricht ihnen die Einsicht herein über die GewissenHaft
ewiger gelehrter Gewusstheit und immer weiter nur gereichter
sinnsaugender Blödheit. Z. - und noch weniger N. - ist kein Tier,
das sich am andern sinnreich befriedigt. Er hat eine andere Lust als
es, das Tier, sie will, er i s t eine, die mann wollen muss. Blüte
der Pflanze. Im Vierten Teil steckt eine andere Weisheit, da fließt
auch die Milch, die die Verstopfung eitler Hoheit erlöst. Ein Brei
aus zermahlener Körner Wahrheit. Heraus aus der Höhle tritt mit der
Erlösung ein großer Haufen - bescheidener Wirklichkeit. Der
Nothschrei dazu ist ein Brüller der Lust und das Lachen schamhaft
versteckt ein wertloses müdes inneres, eine Erinnerung nur an die
wirkliche. VorLust nach Wollust. Das ist eine rein leibliche
Wahrheit: das Mitleid ist das falsche Gegenteil der reinen Woll-Lust.
Das ist der leiblich wahre und fleischliche Hauptgedanke! Jeder weiß
doch, wie man Mitleid erzeugt: indem mann sich im Angesicht des
Drecks der Armen, des hilflosen Blicks der Schwachen selbst
befriedigt. Das also ist die 'Milch' der anderen Weisheit. Dagegen
hilft nur ein 'komm komm komm' des Wahrsagers: komm! zur anderen
Hochzeit. Parzifal ist das üble Gegenstück zum Z. und wird von den
Schwulen der Welt richtig erkannt und auf dem grünen Hügelchen der
Kindheit gefeiert: schwul und Päderast geht nicht nur in der
'wahren' Kirche einfach zusammen: das Paar kommt jedes Jahr zu Hauf
nach Bayreuth. Wem alles gleich ist und sinnlos, dem ist eine
HInter-Höhle identisch mit der vorderen Langweile der Wagnerei: und
der Nothschrei wird als Schrei von Vergewaltigten zum 'letzten
Schrei'. Wahrsager und blöde Bedeuter sind die Interpreten des Z.,
die in ihm und N. gelegentlich sogar einen harmlosen Schwulen oder
gefährlichen Päderasten und Mörder und Schänder erkannt haben -
wollen: die Schweine sind die versimpelten Deuter selber! Ich weiß
um eure engen Hügelchen und Kügelchen und eure Lust an den naiv
engen Engelchen. Unter euch werden noch viele Perlen geworfen.
Erstickt doch daran! Aus Zarathustras Höhle kommt kein Perverser
heraus, es fällt da nur mancher herein, der sich für mächtig und
weise hält. Alle, die in ihr auf Steinen und Klötzen sitzen, werden
Bauklötze staunen oder - sich einfach mit einem oder mehreren
Stöckchen selbst von der Verstopfung befrein: heraus aus der Höhle
des Z. kommt nach einem dreifachen Nein! aber: bloß eine Handvoll
Hanswürste. Ein Narr ist Z. nicht allein, er ist Leib, dem alles
Wurst ist, die Erlösung mit Erbrechen und Scheiß. Der Lustbrüller
macht also die Morgenröthe vollkommen. Sie beschreibt heiß aller
Backen. Der 'letzte Schrei' der anderen irgendwo in der fremden Ferne
gesichtet, ist die schöne Verkleidung der eitlen Moderne, die
Oberfläche der Wissenschaft, die allgemeine Anbetung der Taubheit,
der nützliche unkontrolliert beschläfernde Koitus, die Blindheit
aus lauter innerem Leuchten, Erleuchtung und Sucht nach dem letzten
Hohlen aus noch mehr betäubendem Genuss: die Briefe an die Mutter
verraten es. Glaubt denn wirklich jemand an dieses Turin? Turin ist
als Stadt N.s letzte Krankheit! Dort hat man zum Zeichen der
Falschheit Nietzsche noch ein fliegendes Pferd untergejubelt, einen
zahnlosen Gaul, einen Betmann auch oder zwei (mit Overbeck), die ihn
ins eigene Unglück zurück getragen haben, hinein ins dunkle
Verbergen der engen Täler der Schweiz. Ein unbedeuteter Leib
aber lässt sich nicht falsch 'erlösen'. Er setzt sich die Kappe des
Narren auf, küsst noch den Verräter und singt im Zug schrecklich
leiblich, er brüllt mit dem Quietschen der Räder und Gleise. Ihm
sind ganz andere Rösser von dem Wagen gespannt: Parmenides Stuten
vielleicht. Man soll doch nicht mein Schreiben für Spaß und Z. für
Literatur oder freundliche Weisheit halten. Im ganzen Buch Z. steckt
der ganze menschliche Leib. Der Leib ist ein unscheinbarer
scheinfreier und ewig sich gleicher. Er kommt immer wieder in ganz
unbedeutender Gleichheit als e i n Fleisch u n
d als e i n Geist. Es ist immer der gleiche
Leib mit der gleichen Seele (=Hirn), der wieder erscheint. Er ist
kein Prediger und kein Gelehrter, keiner der Wissen schafft und
Religionen gründet, keiner der dämlich in sich einen Vorbeter
spürt und also blöd nur reinkarniert und er ist keine aus der Luft
gegriffene Heiligkeit. Z. ist der eine Leib, der nichts ist als große
Gesundheit. Der muss textleiblich in der Beziehung der Geschlechter
aber erst einmal noch richtig gedacht sein. Der ist nicht leicht
unter Dach und Fach zu bringen: der besteht nämlich aus Armut und
Hunger mit dem notwendig dazugehörenden höchsten ohne Fug mit Recht
ausgleichenden allen gemeinen wollustigsten Sein. Er greift das
Mitleid an mit seinen verdrehten Bedingungen und Sinnen und macht
wieder Wollust daraus. Wie sich das frohleibliche Sein auf die
Geschlechter verteilt, ist eine lange Geschichte: es ist die
Geschichte der Menschheit und ein/Fall für N.s andere Weisheit.
Ein Erlöser kommt in alle rein und er kommt auf der ganz anderen
Seite heraus, das ist kein verstockter vernagelter Reicher: das ist
nicht der der Kristlichkeit. Der Erlöser kommt allen hinten heraus,
am Ende also bei den Armen. Es ist der wirkliche Erlöser des Leibs:
den einen ist er ein Narr und den anderen zurecht der wirkliche
Scheiß. Soll ein jeder seine eigene Wahrheit der Erlösung fressen.
Mann wird es noch zur Gnüge schmecken, der eine als Wollust und die
großen Bdeuter die nasse RD lecken für ein gemeinsames himmlisches
Reich zu unseren bloßen HinterFüßen. Vielleicht.