Mittwoch, 16. April 2014

EinTritt

Ich bin kein Freund irgendwelcher Weisheit, sondern einer, der der Technik des eigenen Sperrens folgt. Ich sperre mich um geöffnet zu werden. Es öffnet sich und ich sperre mich aus. Was sich ergibt soll eine offene Welt im Schreiben sein. Die Sperrtechnik ist ein Schlüssel der sich erst eröffnet. Grad schaut er fremd noch mir aus oder mich an. Ich sperr mich noch.

Zeichen die den Satz behindern sollen nur gewollt mich beengen. Die sind ein Sprung gegen den Willen über sich hinaus.

Wenn man eine Flugmaschine bauen will, braucht man einen Plan. Der besteht auf Grund Körper Stoß und Vorstellung. Die Vorstellung wieder zerfällt in Bewegung und Zahl. Die Bewegung zerkleinert den Körper. Die Zahl ist künftiger Schein und der Grund vergangen und imaginär. Das ist grad einmal der Einstieg in die Flugmaschine. Es ist auch das einzige, was mir so mitten aus dem Bhagavad Gita entgegenspringt. Das ist kein Schlüssel, sondern die Ehrfurcht, das Staunen, das nicht eintritt in die Maschine. Das ist der Glaube, der ausperrt. Der Zweifel ist die erste Sperre, die einen überwindet und Eintritt in einen neuen Raum. Man muss also tüchtig eingetreten sein. Ein Autist ist ein falsch verstandener Eingetretener, dem man im anderen Raum immer begegnet. Er ist ein Steuermann, weil er die Vorstellung im Raum beherrscht, die uns ausmacht. Er kann alle draußen aus und einschalten. Unsere Vorstellung von der Welt ist nur ein Teil im Inneren der Flugmaschine und der Teil ist nur insofern wichtig als er die erste Sperre ist, die wir sind mir unseren falschen Vorstellungen. Jede Vorstellung ist eine falsche: sie ist Öffentlichkeit, Wissenschaft, Politik, Schauspielerei, Menschlichkeit, Bildung, das ganze Mitleid, das uns nicht aus uns heraus und uns über uns hinaustreten lässt. Der Autist ist ein Steuermann. Ich glaube, er kennt kein Mitleid mit mir. Er läd mich zu sich ein. Ich will sehen, ob ich über Eintrittsversuche hinauskann. Ein gewisses EingetretenSein ist als Erinnerung vorhanden. Aus der Sicht des Maschinisten dreht sich alles in der Welt nur um sich selbst, zum Schein wiederholt sich die Welt. Die Maschine bewegt sich wohl frei und wiederholt sich selbst nicht. Für den Autisten stellt sich die Frage vielleicht, sprengt er mit der Maschine die Welt oder bringt er sie auf den Punkt, durchpflügt er mit ihr die äußere Welt oder ist er mit ihr selbst noch ein gemeinsamer Untergang.

Ein Eigenschaft der Maschine ist offensichtlich. Sie entfaltet die höchste Geschwindigkeit in absoluter Ruhe. Alle unsere Maschinen, die unser beschränktes Sein in der Vorstellung des Autisten erzeugt, verhalten sich anders. Je größer die Sprünge der Vorstellung, die Klarheit der Gedanken sind und das Wissen geschwindet, sperrt sich umso mehr dagegen die unfassbare Wirklichkeit. Die bloße Geschwindigkeit des Reisen sperrt uns also und legt uns falsch fest. Je größer die Langsamkeit aber ist, umso größer werden die Zwischenräume der Zeit. Das ist sinnlos und doch eine gefühlte Wahrheit. Nicht Raum und Zeit, sondern leibliche Langsamkeit und körperliche Nähe sind relativ. Das ist etwas relativ der Wahrheit Angenäh(er)tes. Wir wollen in die Maschinen rein, sind auf dem Weg der Wollust. Wir wollen uns nicht mehr ändern, wir wollen notwendig gewesen sein. Die Maschine scheint uns unser ganzer vollständiger Leib. Da wollen wir hin und für uns sorgen. Der Geist geht dabei flöten. Der Verstand aber ruht nur in sich und bewegt uns mit beliebiger Geschwindigkeit. Vielleicht merkt man die echte Bewegung zuerst an einer gewissen Rührung.

Die ewige Wiederkehr des Gleichen bei Nietzsche ist die wollüstige Wiederkehr zurück zum Leib. Das begreift kein Wissenschaftler, der immer nur gefangen ist in seiner weiten sich sinnlos äußernden Körperlichkeit und der ihr hündisch folgenden engen inneren stummen geheimen gewissenhaften Pünktlichkeit. Die kleinen Löcher im Raum sind allen geschenkt. Der Raum der Gewissenhaften saugt nur das eigene Wissen auf und kostet unendlich viel Geld und grenzenlos Zeit.