Ich hab keinen Alzheimer voller Tugend und absoluter unveränderlicher Weisheit. Wo andere ihre Gedanken her haben, hab ich schon immer nur ein Loch der Begeisterung. Eins - aus Dunkelheit. Ich hätte halt einfach auch mal gern zwei, Löcher, wie jede normal Weiblichkeit, wär so gern ganz rein leiblich einmal und Fass ohne Boden. Ich möchte so gern vorn den kommenden Zufall mir einverleiben und alles, was schlecht, dreckig und nicht notwendig ist, hinter mir lassen. Ich wär dann so was von urspünglich unmännlich. Ich könnte wieder einmal angefasst werden, um fast also selbst wie das LochFass auch nach unten - auszulaufen. Nur ganz anders. Mit der Geschwindigkeit der Gedanken gleicht mann also nur einen natürlichen Speicher- und Gedächtnismangel aus oder er zeugt sich einen Text? Bin ich die leibbezogene zunehmend sich verdichtende Wahrheitssucht und eine – Geisteskrankheit, die die Wissenschaft ärgert und aufrichtig angewidert auch freut? Gedächtnis ist mir ein Knoten im Hirn, Lochfraß, die Verbindung von Verstopfung und notwendiger Leere, gesammeltes Wissen. Ist Alzheimerei dabei nun Verlust oder Übermaß von Zu- und Ausfluss? Vielleicht ist das die Erlösung: eine Zuordnung zum Geschlecht. Die Scheidung führt jeden zu einer anderen Wahrheit im Untergang. Kreisverkehr und Umweg oder Abkürzung und Gegenverkehr. Schüchtern jedenfalls stammelt der Mann: 'ein Gedankenverschluss ist mir das, was war: eine Verbindung von Langeweile und Lächerlichkeit.' [Ehezeit]. Erinnerungen an die Wahrheit kann mann nicht sammeln. Man muss sie scheiden und an sich scheitern lassen. Verlorenes Leben ist ihm für immer verloren. Nur für die Frau ist alles unendlich oft wiederholt und R neut aufgehoben. Die Wirklichkeit fällt ihr, der Wahrheit, aus ihm, dem kurzen Text, an allen Seiten heraus. Verdichtungen beschleunigen die Bewegung der Gedanken und sind keine unbegreifliche Hexerei. Ich hab kein Wissen mehr, das noch in Erinnerungen platzen könnte, keinen Besitz, Zeichen und Waren schwinden, Gewissen und fremde brennende Gedanken sind mir ganz unnötig. Ich bin nicht mehr mit anderen kurzgeschlossen euphorisch überwundert und hirnverlustig, ich bin nicht länger bescheuert und weiter männlich befeuert, mein Leib ist doch tausendfach schon mit sich selber - durchgebrannt. Nun unbedacht! Ich bin nur glühende Kohle an sich und für mich. Fremde Kohlen lassen mich völlig - kalt. Schmeißt hin mir alle gemein eure sachliche Trockenheit für ein Strohfeuer des Geistes auf dem - Gescheiterhaufen. Oder heizt einfach in euch selbst erst einmal sinnlos ein. Mann weiß allein vielleicht nur sinnlich von Sinn streng zu scheiden. Hat textlich große Sehnsucht nach Leiblichkeit.
Es gibt einen OrientierungsVerlust im und einen Verlust an Wissen. Der eine ist nützlich und verwandelt den Leib noch in Maschinenfraß. Gegen den anderen muss man sich nur in den Leib zurückziehen. Mann kann durch den Rückzug das mit Gott verdammte Wissen abstoßen. Der Orientierungsverlust ist weibliche Schwäche und macht für den Mann im Überfluss der Zeichen Sinn, wenn er sich vom Weiblichen scheidet: bei der Frau ist er leiblich und beim Mann im Äußeren eine Überzeichung. Man muss ein leibliches vom sozialen Geschlecht also scheiden. Verlust von Wissen ist beim Mann Folge einer leiblichen Auseinandersetzung, ihm zersetzen sich die Zeichen an sich, Krieg und Streit verblödet ihn wieder und wieder. Frau schwindet leiblich dabei und nur der Hunger schränkt ihr Denken noch ein. Mann ist am End nur Bedenken.
Der Mann hat einen Spiegel in sich, mit dem er sinnlos sich auf sich bezieht und sich als SpiegelText zeugt. Die Frau bezieht sich hingegen auf sich leiblich: das Leben ist eine Frau, wiederholt sich als solches und liebt nur manchmal sich in einer anderen. Die blöde Spiegelei hat eine eingebildete Reinkarnation nötig und allerblödeste gläubige Weisheit. Die ewige Wiederkehr des schon lebendigen leiblichen Gleichen hingegen nur den tatsächlichen Rückbezug des Leibes und Lebens auf sich: reine geheime Weiblichkeit. Die Reinkarnation ist ein durch und durch abstrakter Blödsinn und himmlischer Wunsch. Die ewige Wiederkehr des Gleichen aber ist lebendigste Leiblichkeit. Den einen ist alles nichtig, sogar noch der Tod. Den anderen nur jeder Augenblick des Lebens wichtig allein.
Einer fasst den Überfluss, die anderen nur der Verlust.