Das Abarbeiten der Begierde produziert die ersten Zeichen am weiblichen Körper. Die gezeichnete Welt hat weibliche Formen. Sie überformen den Körper der Frau und des Mannes. Mann ist halbe Weiblichkeit, verkürzt auf ihre untere Hälfte. Das Kind ist als Zeichen auch nur ein Körperteil der Frau. Das Kindchenschema ist nur ein verdrehtes Bild des Weiblichen. Beim Tier ist doch damit die Fürsorge nur zufällig assoziiert. Beim Menschen kann das Kindliche Wunschgegenstand sein, Objekt des Begehrens, weil die Begierde vom Körper gelöst ist, gewendet zu großen Symbolen des Weiblichen. Das kleine Objekt signalisiert Wunsch als Entwertung der Begierde. Zeichen sind also kleine Objekte der Weiblichkeit, Bildchensymbolik. Die große Symbolik an sich steckt in der Betonung der weiblichen Geschlechtsmerkmale. Nur das Weib hat sekundäre Geschlechtsmerkmale. Auf das breite Becken verweist der Hintern, und im gewölbten Leib der Schwangeren zeigt sich der Sinn, Übersinn des Hinterteils. [Das Geschlecht im Text schenk ich mir wohl gelegentlich, wenn das Personalpronomen reicht?] So schließt sich ein Kreis: die große Symbolik verweist seine Begierde auf sich und das Kleine wird zu physisch wertlosem Begehren - seine Begierde zeugt in der Arbeit kleine Objekte als Zeichen von Wert, die vom wertlosen Begehren verschlungen werden.
Wenn sich die Welt in eine der Zeichen zu wandeln beginnt, Kulturraum entsteht, dann taucht die Symbolik des Weiblichen ganz ab ins Verborgene, wird vergessen und Ungewusstes [es gibt kein Unbewusstes!]. Es ist weiter da, nur in seiner Bedeutung vergessen, ersetzt durch Bedeutendes. Dieses Verborgene des Weiblichen, das ungewusst darin Geborgene, ist das Männliche. So entsteht Männlichkeit als etwas in Zeichen, das nicht mehr offensichtlich weiblich ist. Eine originäre Männlichkeit gibt es nicht.
Lust ist für den Menschen also geteilt in Begehren und Wollust. Die erneute Verdichtung ist nur eine Illusion, eine bildhafte, nur zum Schein am anderen Körper erfahrbar, am eigenen Körper nicht. Das Symbol des Leiblichen reicht hin der Begierde, reckt ihm die Kehrseite hin, nimmt sich im Zeichen des Wunsches die Teilbarkeit des eigenen Leibs. [Zu dicht?]
Eine äußere Not ist verantwortlich für die Spaltung: sie fügt der Begierde und Wollust den Zwang in der Arbeit hinzu oder aber sich selbst als Not, Leid und Hunger des Körpers. Das ist innere Not zum Handeln unter äußerem Zwang. [verwirrend?]
Wenn also der Mensch zwanghaft handelt, so ist das ein äußerer Zwang. Die Not in Verbindung mit der Begierde ist aber eine innere. Nachdem die Wörter Lügenzeichen sind, kann man die Sache auch anders darstellen. Unter uns Zeichen ist im Licht des Wissens die Hungersnot eine äußere und die Vorsorge, also das Gewissen, ist die innere. Vielleicht. Ich brauch für mich aber eure Zeichen nicht.
Entscheidend ist, dass man den Leib teilt in einen vorderen und hinteren und die Lust auseinander reißt in Wunsch und Begierde. 'Nun wird es Zeit, dass du zahlst und dich mir noch mehr zusammenreißt', sprach der Analytiker uns dagegen, Prediger neuen Heils durch Hass und Neid.
Während die Schwangerschaft ursprünglich mit der hingereichten Begierde in Zusammenhang gebracht wurde, die Arbeit vom Körper für Wohlsein verlangte und Lebenszeichen erzeugte im doppelten Sinn (Lebensmittel und Nachkommen), wurde der Koitus in der Vorstellung mit leerem Leib und Hunger in Zusammenhang gebracht. [bedauerlich? nicht wirklich]
Tatsächlich aber macht die Wollust für sich hungrig und der Koitus satt. Die sinnlose Sättigung ist typisch menschlich: ein Gebot und leeres Versprechen der Not. [endlich richtig]
In der Welt der Zeichen wird der Koitus scheinbar aufgewertet, jedoch strengen Regeln (imaginäre Wiederkehr der wirklichen Not) unterworfen. Er ist überwertet, da nicht wirklich gewollt (nur der Verführer wird in seine Sinnlosigkeit vorn hinüber gestürzt [- Verführter]). Seitdem die Zeiger der Zeichen regieren, darf die Begierde ungewusst und unheimlich sein und verborgen für sich und in der dunklen Kehrseite der Welt stecken bleiben. Das sind die Zeichen der Zeit gegen den Raum.
Leib ist geteilt und Lust zerrissen. Der Mann hat den geteilten Leib (hint und vorn) nicht und ist funktional in den weiblichen Leib eingeschlossen. Männlichkeit bleibt immer eingeschlossene Weiblichkeit. Mann hat entweder einen Leib oder eine eingebildete verlängerte Männlich-keit. [Heiterkeit]
Das Phänomen der Decadence in der Welt reiner Zeichen, der Warenwelt, des unwiderstehlichen Geldwerts, ist das erneute deutliche Erscheinen der weiblich-leiblichen Hülle mit der zerrissenen männlichen Funktion: der Mann wird in einen weiblichen Leib integriert als zerrissen im Vorn. Das Weib ist wieder das was es einmal war, ganz Leib mit dichter Lust. Der Mann ist Selbstverlust in seiner Wollust und schafft sich darüber ein eingebildetes Weibs-Sein. Wenn das Gewusste zu deutlich wird, der Ur-Sprung offensichtlich, wird er sofort und 'Unbewusstes', verkannt.
Wird nicht deutlich der Grund der Falschheit oder auch Feigheit der Mächtigen Schwächlichen im hübschen engen Uniformkleid, die anderen wollüstig die Not befehlen? Und wird nicht die Zerrissenheit der Lust verständlich, wenn sich Priester im Prachtgewand und eingebildeter Weiblichkeit bequem den Zeichen direkt zuwenden ohne Arbeit und also sich wollüstig im Kurzschluss an Kindern vergehen, sich verlieben in ihr Zeichen der Zeichen (mit integrierter Zerrissenheit), den eigenen Schwanz in sich hinein? Ihr werdet noch blaue 'Wunder' erleben.
Unsere Gleichheit von Mann und Frau führt dazu, dass Weib ganzer Leib ist mit Hint und Vorn (symbolisch) und Wollust und Wunsch. Mann aber hat nur einen vorgestellten Leib (metaphorisch) mit Zerrissenheit. Das ist nun absolute Männlichkeit: Wunsch und Wollust verdichtet im Zeichen - das sonst erarbeitet werden müsste - eigener aufgehübschter gebauschter und frisierter Lächerlichkeit und in anderer Not (in Krieg und Vergewaltigung).
Was mich schützt, ist euer Untergang: ich bin ver- und ihr seid geborgen im allgemeinen Schwachsinn, dem blinden Konsum von Waren und Zeichen. Sinnlich sein heißt: die Welt umkrempeln. Ihr aber wollt heimliche Wollust an euch und im Widerschein eines angstvollen Kinderschrei'ns. Ihr wollt nicht umgekrempelt sein. Ihr nennt das Sinnliche böse und verweist auf den Übersinn der leeren gestohlenen Zeichen. Der Leib wird seiner Sinnlichkeit und des Lebens beraubt geschlachtet. Ihr nennt das Mitleid. Das ist euer Unbewusstes und mein Gewusstes: ich nenne es Bosheit aus Blödheit. Die Inkarnation des Bösen besteht aus zwei: eurem bösen Geist und meinem unbefangenen Fleisch?
3 x 7 zeigt die Waage meinem Geist - Post 21 - ein Schwergewicht ganz ohne Grund - Raum und Zeit - vielleicht
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