Sonntag, 7. September 2014

Der Himmel der Nacht

Wenn man die Genitale von Mann und Weib verdichtet zu eineinhalb, dann hat das zugehörige uneinige Unwesen Mensch die oben geschriebene Dreifaltigkeit aus dem vollem weiblichen Orgasmus und dem nichtigen und dem gerissenen des Mannes.

Der nichtige, nebenbei, kommt dem Mann beim absolut sinnlosen koitalen Eintauchen ins weibliche Taufbecken. 

Aus der Asymmetrie der Verbindung von leiblicher Vollständigkeit und unabhängiger Zerrissenheit ergeben sich eineinhalb weitere Möglichkeiten der sexuellen Reaktion, Befriedigungsmanipulationen.

Die Ehe ist eine unmögliche Notwendigkeit, die eine Trennung aus natürlicher Not aufzuheben trachtet. Die Ehe ist ein Pakt der Lebensmittel gegen die beiden weiteren Befriedigungsmöglichkeiten des freien Willens. Der freie Wille ist der des freien Gegensatzes der Objekte und Grund des Handels und des Strömens der Waren Verteilens der Arbeit. Nahrung muss dafür erst Lebensmittel und Ware werden.

Auf seiten des weiblichen Geschlechts gibt es also nun noch den überflüssigen, der ein reduzierter voller und zugleich eingebildet nichtiger ist: er entspricht der absolut ausreichenden Selbstbefruchtung der Pflanze. Er geht bei der Besamung einher mit dem nichtigen des Mannes, der einen reinen das Weibliche nur ergänzenden männlichen Samenverlust und unfreiwillige Spende darstellt.

Mit ihm beginnt die Geschichte der Menschheit. Die Vagina ist dem Anus nicht bloß abgemietet, sondern auch gleich mit dem Verführten Fremden als Untermieter besetzt. Begreift das einer mal!?

Die Psychoanalyse ist auch nur eine Wissenschaft und (un)bewusste Verdreherin der Wahrheit. Mühsam dreht sie uns hin zu einer gefälschten Wirklichkeit. Durch sie betrachten wir uns frei von Schuld und mit vielen Schulden gern im fremdbeworbenen Bild. Gern sind wir mit ihr ein Opfer der WarenBWerbungen.

Der überflüssige Orgasmus des Weibs ist auch der der herzlichen fraulich-menschlichen Zuneigung. Die Zuneigung hindert am Schreiben.

Auf seiten des Mannes gibt es noch den rein eingebildet Vollen. Er bleibt ein gerissener mit einer scheinbaren Erfüllung in der eigenen Nichtigkeit. Die scheinbar überwundene Nichtigkeit nennt Mann seinen Geist. Der Orgasmus der Begeisterung ist ein ungeteilt männlicher. Er ist der der absoluten Lieblosigkeit, die Frau und Leib nur von der Ferne her zeichenhaft hat und an sie schreibt. Es ist der einer Liebe zum Schreiben, die vom Hass nicht zu scheiden ist. Es ist ein sagenhafter, der Krieger Helden in die unheimlich mordende Fremde treibt.

Zugegeben, man kann, wenn man den Leib aus der Geschichte streicht, auch von einem einzigen Orgasmus des vergehenden Lebens sprechen und getrennt von der körperlichen Befriedigung ein grundloses System der Affekte sich denken. Mit den Affekten ist es dann wie mit der Tugend und ihrer Sünde. Man kann alle drehen und wenden verkehren und findet in ihnen nur einen ewig sich widersprechenden Sinn. Ich aber haben weder Geist noch Glauben an einen Halt in Sinn. Geist und Glaube ergibt Religion oder einen heiligen Text, der ich nicht bin. Ich bin nur gefangen in meines Körpers Hülle und ewig verhaftet meinem eigenen Leib. In Verdichtung mit dem weiblichen Leib bin ich für mich nichtig für ihn nur überflüssig. Zusammen sind wir also Eineinhalb aus einer ganzen Gekehrten und einem Verkehrten.

Gekehrt ist Grund der Spaltung. Verkehrt ist ist die männliche Zerrissenheit.

Das übrige Halbe ist auch die Abtreibung als weiblicher Geist und ihre Fleischwerdung im Kind. Das ist MitLeid, Freude am Kind und die Liebe zur Hölle auf Erden, die sich selbst umbringt oder sich mit den anderen zerreißt oder sprengt.

Damit bin ich erstmals auf der Erde angekommen und zum Aufstieg und Abflug in den Himmel der Nacht bereit.

Am Strick schwebt und fliegt man nicht!

Zu Pascal und Paulus: ein Euphorie erzeugender kleiner epileptischer Anfall wirft den Leib zu Boden und befreit die Welt vom Geist. Das ist der Irrtum der Asketen, die die Welt zu fassen und in sie einzudringen meinen. Geist ist nur eine Auflösung des Leibs in der Welt: der Geist geht zugrunde und der Leib verteilt sich auf der Erde! Glaube ist also ein Schlaganfall und Religion ist nichts als Krankheit üble Beschränkung des Leibs auf die Fäulnis.

Ich bin nur ein Asket auf Zeit und durch Verlegenheit und mein Schreiben überwindet sich und mich.

Zu guter Letzt: für den Himmel auf Erden müsste die Frau wieder zum Vierbeiner werden, nicht nur durch Erziehung und im übertragenen Sinn. Die Frau als Vierbeiner, Übermensch, Zarathustras Löwin.

Frau könnte Löwin sein. Mann aber ist und bleibt immer nur Vierbein mit verdrehtem Schwanz, Schwein.