Montag, 9. Juni 2014

Vermessen sein

Der Gläubige findet seine Bestimmung in der stinkenden Erdspalte unter dem Dreifuß in Delphi. Gerade das aber will er nicht glauben. Es ist ja auch seine ihm unerträglich gewordene Wirklichkeit.

Und die Prophezeiungen erfüllen sich  d o c h.

Die furchtbaren Phantasien sind die einer erstmals von sich befreiten schmarotzenden Männlichkeit. Mann beginnt männschlich zu werden vor einem unheimlichen Mysterium der Vorzeit und dem ins Reich der Mythen verwiesenen patriarchalen Vorspiel des ZeichenReichs.

Der große alte Glaube auch ist eine Verschriftlichung des patriarchalen Zwischenreichs. Der Schakal ist ein Wanderer zwischen wechselnden GroßReichen und eigenem festen Stamm. Die kleine rostige NähSchere am Reißzahn ist sein Mysterium.

Der dekadente GroßReiche ist in seiner Einbildung rein und sammelt von Generation zu Generation nur Ästchen für seinen eingebildeten also Schicht um Schicht hochgestapelten Stamm. Jede Generation muss seit jeher sich wieder neu einen Ast vom Baum des Lebens reißen oder die Not aus den Rippen schneiden.

Die Bibel ist ein Spiegel des Zwischenreichs: patriarchales Wunschdenken Wahrheit in Zeichen festgehalten Wirklichkeit leicht verstellt.

Das Neue Testament ist nur Lüge und ZeichenReich selbst. Es gehört zur MärchenWelt des eingebildeten Realen, in dem nichts mehr be\greifbar ist und alles nur noch sich auf sich selbst be\zieht. Der letzte Mensch glaubt absolut fest - nur noch an sich und lebt in einer Welt aus Ware und Geld. Freizeit = Glaube = Freiheit. Gabriels gesammelte Jammergesänge schaffen auch nicht neuen Sinn und andere Zusammenhänge. Also sind sie ein Haufen Widerspruch - gegen alles und sich und wahrscheinlich ist nichts ihn ihnen ernst gemeint. Sie sind wohl gelungener Unsinns-Witz, Entwürfe für ein Stück zur Beförderung blöder Schauspielerei. Soll man die beiden Autoren bedauern? Sie hoffen, den Geist zu überwinden, um zu werden wie er: unwirklich leblos oder oberflächlich und schwachsinnig.

Märtyer: nach jedem Mord und Selbstmord bekommt der Gläubige die erbärmliche Schwäche der mitleidigen und bedauernswürdigen WarenGeilheit des eigenen Opfers zurück.