Montag, 9. Juni 2014

Der verlorene Leib II

Man muss das Imaginäre vom Realen, den Schein von der Blüte, Symbol von Metapher, den Stein vom Bild und endlich noch Mann von Frau, also irgendwie hinten und vorn, schon scheiden. Man muss selbst noch von jedem und allem geschieden sein und dann die zum Widerspruch möglicherweise gewordenen Gegensätze in eins wieder denken. Da lösen sich Schrift und Sprache und die ihnen anhängenden Gedanken voneinander und auf. Ein Opfer ist der Mann der Vorzeit als Wunsch für die Gegenwart, ein Opfer ist das Kind als peinliche Erinnerung, ein Opfer ist das Weib als Schuldige und wird - gefressen. Der Schlächter taucht ab und offenbart die Lüge aller Unschuld: die Mutter war 's ohne Zweifel mit dem gelassen verlorenen Kind. Das abgetriebene Kind verschwindet im Nichts und die Frau erliegt dem Vermesser. Abtreibung und KörperSpende für den Mann: sein Nichts sein oder die Freiheit vergeben. Kind Nichts und Freizeit: da werden alle Wünsche doch wahr. In Delphi endete alles für ein kurzes berauschendes DaSein dicht über dem erkalteten Ofen. Die reichen Mörder heute feiern in ihren Verstecken auch nur ein simpel weiteres dauerndes letztes sinnlos überhöhtes himmlisches Freudenfest. Natürlich fließt (nur) das Blut der Frau über den Opferstein. Natürlich ist der das Symbol ihres Leibs. Im Symbol geht das Symbolisierte ganz auf. Er und es sind die in sich vernichtete Schwangerschaft. Der Stock ist Funktion und Metapher, neben der die bezeichnete Sache wie er selbst scheinbar von allein stehen bleibt. Sie und er sind ein Grund dauernden Streits. Sie sind auch Grund ihres Untergangs. Werkzeug und Waffe überwinden der Erde Leib.