Samstag, 15. November 2014

Kreatives Schreiben ...

... ist nichts als die Beschreibung der absoluten Hinfälligkeit des männlichen Leibs und seines Rückfalls durch sinnlos vergeudete Lebenszeit in die Grube erträumter Mütterlichkeit. Autorität könnte doch als Wunsch sich begreifen und das Wünschen an sich. Wunsch ist gewendete Not und lässt sich leiblich verdichten zur Ware. Diese Wendung zur Ware zeugt das Subjekt der Arbeit. Objektives Sein und fassbar ist die Ware, die also hingegeben sein will. Das Subjekt des Wünschens selbst wiederum ist nur eine sinnlose Verdichtung von Ware und Wunsch. Es verkennt sich im hohlen Selbstbewusstsein. Ein solcher leerer Wunsch und sein Subjekt des 'Ich' will hingegeben sein und erkennt nicht seinen Grund in der Not und der Arbeit. Er ist nur Zahl und Geld, Sinngebung und Reichtum. 'Ich' will Macht haben und Sinn über der Ware sein. Der Sinn über der Ware ist die aus ihr extrahierte Bildlichkeit. Aus ihrem Sein wird der Schein in der Schrift. Ein Autor will hinaus über den Grund seiner beschränkten Leiblichkeit und wird nur Subjekt der eigenen Abtreibung, er tritt aus aus dem Leib und produziert als Geist einen TextSchein: sein Tod aber verwandelt erst den sinnlosen Wunsch im Schein wieder in Ware mit Sinn und Sein. Das Subjekt ist nun begabt oder selbst hingegeben an seinen Text und verdichtet mit ihm zum Objekt, das damit über alle Maßen von Zahl Sinn und Arbeit veräußerbar wird. Autorität ist vollkommen falsche Leiblichkeit und eingebildete Mütterlichkeit und Wiedergeburt des schreibenden Selbst im Wahn des eigenen Textes. Dort zwischen den Zeilen findet sich das WarenBewusstsein. Und die Not und Arbeit wird als Grund des Handelns verleugnet und als 'Unbewusstes' verleumdet.

Wohin führt auch alles Lösen Drehen Wenden Verdichten? zu nichts. Sinnlos ist mein Schreiben. Ich möchte mich auflösen - endlich auflesen aus einem fremden Text. Ich möchte von mir und dem Schreibzwang befreit sein.

Ich wollt, ich könnt auch schon nicht lesen. Ein Paradies ohne Jenseits wird die RD sein, wenn der Mensch erst das verlesen gelernt hat. Blind malt er sich offene Münder aus von Tauben, die in Stillen Unerhörtes, Betörendes aufbrausen. Alle Welt darf ein Rausch sein einzig im Bilde über Sinnlichkeiten.

Nach Osten dreht sich der Erde Leib und ihre Schatten eilen ihm mit zunehmender Geschwindigkeit voraus. Mit der Sonne versinkt die Weisheit. Mit dem schwindenden Licht des Tages aber wächst das menschliche Hirn und windet sich seine Seligkeit in die MondHelle der Nacht hinein.

Gegen jedes Maß weiten sich nur zwei Hirne über der Erde Rund. Immer näher kommen sich in ihren Faltungen Zukunft und Vergangenheit. Ein halbes rechnet damit und ein ganzes führt die Drehungen und ihr folgend Verwindungen aus.

All unser Wissen vergeht bald aus eigener Gewalt und aus unserer kurzen schriftlichen Zeit bleibt der Menschheit im Gedächtnis nur ein wandernder Leib und die ihn in sich selbst zurecht drehende Geisteskrankheit, die seinem Ruf tausend Jahre vorauseilt.

Einstein ist Nietzsches Geisteskrankheit und zusammen sind sie ein Hirn mit halbem Leib. Sie allein pflanzen sich fort aus der männlichen Vergangenheit und werden Erinnerung sein für sehr lange Zeit.

Kurz ist der Ruhm der Autoren des restlichen Geschreibsels. Ihr ganzer Stolz gilt nur als Gewand über ihrer Leiche. Sie erklären sich überheblich der Welt und verrotten gleich nach ihrem Tod auch in GeistWissen Text. Bestürzt und verzweifelt greifen Sie zum allgemeinen Widerspruch als letztem Mittel gegen die alles erlösende überglücklich machende Lesefaulheit.

Was fällt mir bloß ein!? Wär' mir doch alles bloß fremder Einfall und 'Ich' nur vollkommen unsinnig sinnlicher Leib. So aber seid ihr mir mit eurem 'Ich' und 'Bewusstsein' gleichsam Affen, die zwar nach-denken können, aber die eigenen Gedanken nicht wirklich fassen.