Samstag, 13. Dezember 2014

Die weiblichE Jakulation ...

... bleibt ein ungewisses Resultat der orgasmischen Empfindung oder Wollust bei der Frau. Spekuliert wird über die Folgen des Orgasmus beschränkt auf das körperliche Empfinden von Mann u n d Frau. Im Ergebnis wird die weibliche Position radikal korrigiert, indem von der leiblichen Selbstwahrnehmung des weiblichen Geschlechts die männliche Forderung abgenommen wird. Die weibliche Sicht wird von der überflüssigen männlichen Perspektive befreit. Die Überflüssigkeit ist verschwunden und an seine Stelle tritt als Transsudat ein leicht flüchtiger Erguss.

Der Untersuchungen haben m. E. folgende Mängel:
  • Einsammeln des Nektars mit chemischer Analyse und Vergleich mit den im männlichen Ejakulat zusammgeflossenen Absonderungen findet nicht statt.
  • Der Selbstwahrnehmung des Mannes bezüglich seines Wollustempfindens wird widersprochen. Die Männer unterscheiden offensichtlich gerne – auch laut dieser Untersuchung – zwischen einem vermüdenden ersättigenden zutrauenschaffenden (deutlicher: verblödenden und nichtigen) koitialen oder intravaginalen zurückgenommenN oder prostataischen Orgasmus und einem ungenügenden durch hohe Überspannung und starke Gewalt ausgelösten, der dann vom Ergebnis (des Gefühls des Zerreissens her) als stark mängelbehaftet beschrieben wird. Die vom Ergebnis des Befriedigungs-Vorgangs beurteilten unterschiedlichen Orgasmusreaktionen beim Mann werden verurteilt zu rein psychischen Folgen leiblicher Distanz. Große Distanz zeugt einen unbefriedigenden Orgasmus und große Nähe einen befriedigenden. Die leibliche Reaktion wird zur psychophysischen KörperFiktion. Leib aber ist Grundlage der (wirklich-weiblichen) Wahrnehmung und Körper nur eine wissenschaftliche (männliche) Fiktion. Sabine zur Nieden wirft das durcheinander und der koital nichtige Orgasmus des Mannes wird damit natürlich eins mit der (passiven! und wohl anorgasmischen) analen Befriedigung eines Schwulen.
  • Die männliche Position wird völlig beschränkt auf eine mehr oder weniger (nach der Distanz zum Körper des andern/Weiblichen bewertete) weibliche Befriedigungsganzheit. Zur körperlichen Einheit gehört nun die große Liebe und zur absoluten Distanz Hass und Gewalt. Der Ausschluss jeder leiblichen Veränderung und Empfindung erzeugt grundlose Affekte der Anziehung und der Abstoßung mit oberflächlichen sozialen Folgen. Aber wird nicht unter Berücksichtigung des Leiblichen erst aus dem nichtigen und dem mängelbehafteten männlichen Orgasmus durch eine Spiegelprojektion auf den weiblichen Leib im männlichen Geist (scheinbar also) der 'falsche' klitorale und 'richtige' vaginale erzeugt? Das ist ein grund- und leibloser Wunsch oberflächlich-körperlich und eine alles vereinfachende gerecht- und gleichmachende Annahme, dass weibliche Liebe alle erlöst vom männlichen Krieg. Tatsächlich ist doch die 'Liebe' Folge heimlich ersehnter Distanz und die Nähe wird durch Gewalt realisiert und verewigt geheiligt (zelebriert durch Vernähen mit 'Defloration', Erogenisierung der weiblichen Hülle mit scheinbarer Befreiung des Mannes zur alle und alles hin reißenden Masturbation).
  • Es gibt nicht eine mehr oder weniger vollkommene wollüstige Ganzheit für Mann u n d Weib. Wenn man aber von einer weiblichen Ganzheit, die lediglich in sich gespalten ist, ausgeht und von einem männlichen Sein, das vom WeiblichN teilweise gesondert und gerissen ist und am Weiblichen nur nichtig und für sich unvollständig, hat man damit nicht nur das männlich-patriarchale Denken überwunden, seinen falschen imaginären Grund übersprungen, sondern fällt aus allen modernen sozialen Zusammenhangslosigkeiten heraus und ist völlig frei vom ungenügenden wissenschaftlichen Denken. Der Mann, der das begreift, ist vollkommen isoliert, vereinsamt, einzig und allein. Für jede Frau ist er unsichtbar. Er lebt wie einsperrt im ei[nen]genen Leib. Er schwebt im Nichts jenseits von Raum und Zeit.

Die Dissertation ist von großer gedanklicher und sprachlicher Klarheit. Ausnahmslos alle Sachverhalte und Fakten werden erfasst. Die weibliche Position wird korrigiert richtig dargestellt. Die Äußerungen der Männer werden hingenommen und machen weitere Untersuchungen erforderlich. An Untersuchungen des Ejakulats ist gedacht. Über Untersuchungen der Orgasmusreaktionen unter unterschiedlichsten Bedingungen (auch mit Ausschluss des Bewussten) wird nicht gesprochen. Sie wären erforderlich.

Aber!

Kann sich irgendein Wissenschaftler wirklich damit noch befassen, wenn die Analysen und Messergebnisse alles aus den Angeln heben, aushebeln, was den modernen Menschen ausmacht, Wissenschaft als oberflächlich sichtbar wird, Geschichte und soziale Zusammenhänge als verkehrt im Begriff uns - dann erscheinen?